Schneehöhen

So langsam reicht es!!! Ich habe absolut nichts gegen weiße Flöckchen, die sich gar lieblich auf meinem Köpfchen niederlassen. Ich habe nichts gegen pudrigen Pulverschnee, der lustig wegstaubt, wenn ich hindurch galoppiere. Auch nichts gegen Schneehaufen, auf die ich klettern und dann hineinpullern kann (ich bin nämlich der größte, also zumindest versuche ich so, den Anschein zu erwecken). Generell ist also Schnee kein Problem, sondern bereitet mir, wie schon vor einiger Zeit berichtet, tiefempfundene Bulldoggenfreude.
Es war am letzten Sonntagmorgen, als ich jedoch empfindlich feststellen musste, dass “Daisy” keineswegs ein charmantes Bulldoggenmädchen ist, das mich bald besucht (man sprach ja immer von “Daisy kommt bald!”) sondern etwas, dass mir den Spaß an der weißen Pracht gründlich verdarbt: Mein Frauchen war aushäusig wegen einer Veranstaltung (ich hörte sie gegen Viertel vor 8 wegfahren und kuschelte mich noch einmal so herrlich in mein Körbchen), mein Herrchen hatte auch irgendwann das Haus verlassen, warm eingepackt, und ich dachte, ich könnte den ganzen Vormittag verschlafen (nein, ich muss nicht raus, NIEMALS!), doch dann hörte ich wieder dieses seltsame “Schrappschrapp”, das in den letzten Wochen einige Male an mein verschlafenes Ohr gedrungen ist.
Als er wieder hereinkam, ahnte ich böses und genau so kam es. Ich musste raus. Nun, nachdem ich noch ein wenig müde den Weg zur Straße heruntergetrottet war, wurde es plötzlich weiß um mich. Und kalt. Ich war in einer Schneewehe versunken. Das ist nicht lustig!!!!!
Beim Versuch, mein Pfützchen zu machen, musste ich feststellen, dass der Schnee höher war, als ich mein Beinchen heben konnte. Es ist sehr unangenehm, IN den Schnee, statt darauf zu pinkeln. Auch ein fröhlicher Galopp ist nun schwierig, da ich aufgrund meines, ähöm, etwas schwereren Körperbaus immer im Schnee versacke. Häufchen sind grundsätzlich nur dort möglich, wo der Schnee ein wenig verweht ist. Das ist sehr zu meinem Unmut nicht immer der höchste Punkt in meinem Revier.
Im Garten sind selbst Frauchens Buchsbaumhecken so zugeschneit, dass ein zielgenaues Püschern auf die Blätter kaum mehr möglich ist. Heruntergefallene Meisenknödel werden offenbar bereits im Laufe des Tages (und somit vor meinem abendlichen Rundgang) von irgendwelchen Vögeln verspeist (O-Ton Frauchen:”Die armen Vögelchen finden doch jetzt nichts mehr!”). Die armen Vögelchen, die armen Vögelchen. Ich finde auch nichts mehr. So sieht es aus.
Schnee, so hoch, wie ich gucken kann, nicht einmal etwas Essbares im Garten - wem macht das noch Spaß? Ich bevorzuge nun umso mehr einen gemütlichen Sofaplatz am Kamin. Da weiß man, was man hat. Und wenn es doch ausnahmsweise mal ein Leckerchen gibt, muss ich das zumindest mit keinem Buchfinken teilen!

Ich hab ein schweres Los. Beileidsbekundungen nehme ich gerne entgegen.

Euer Henry

Eine Reaktion zu “Schneehöhen”

  1. csöpke feldenkirchen

    Hallo mein lieber Traummann :-)überrede mal Deine Frauchen kurze Besuch nach Ungarn, wir haben zwar kalt, aber Schnee nur im nötigen Mass. Gib’ die Hoffnung nicht auf! Csöpke aus Ungarn (Kann ich Dir eigentlich ein Photo von mir schicken?)

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