Meisenknödel 2.0

Da hatte ich mein Herrchen extra gebeten, stellvertretend für mich hier über meine aufregenden Wochenenderlebnisse zu berichten und was ist? Nix ist. So muss ich selbst zur Pfote greifen und Euch von meinen wissenschaftlichen Erkenntnissen berichten.

Ihr erinnert Euch sicher daran, dass ich neulich wieder einmal einen liebevoll von den Krähen freigepulten Meisenknödel mein Eigen nennen und demzufolge auch verspeisen durfte. Äh, Moment, also ich hatte es mir selbst erlaubt. Leckers wars (Fett ist ja schließlich Geschmacksträger), und um meine Forschungen voranzutreiben, hatte ich am Sonntagmittag einen erweiterten Versuchsaufbau vorbereitet: Verabredungsgemäss hatten mir die Krähen einen noch fein im Netz befindlichen Knödel vom Futterhaus gepflückt und im hinteren, schlecht einsehbaren Gartenbereich fallen gelassen. Mein liebes Frauchen hatte wie üblich nur den Platz rund um das Futterhaus auf eventuell von mir zu vernichtende Dinge kontrolliert, so dass ich in einem unbeobachteten Moment meinen kleinen weißen imaginären Experimentierkittel anziehen und mich der Vernichtung des Knödels widmen konnte.

Nun wisst ihr selbst, dass jeder Versuch ohne Publikum nicht wirklich Spaß macht, so dass ich Frauchens Aufmerksamkeit mit einem lustigen Bellerchen auf mich und den Knödel in meinem Maul lenken konnte. Sie reagierte fantastisch und wurde recht blass, bevor sie hektisch “Der Knödel ist noch im Netz!!” rief und außerdem nach dem Herrchen verlangte, welches brummig aus dem Haus schlurfte.
Ich sah bereits meinen Spaß- und Genussfaktor deutlich reduziert und musste deshalb das eigentliche Verschlucken vorziehen. Als mich meine Lieben erreichten, schleckte ich mir gerade noch übers Mäulchen und freute mich sehr über meinen schönen Einfall, meine Speisekarte nun auch mit noch verpackten Leckerchen bereichern zu können.

Im Anschluss, ich musste kurz danach pausieren (ein Stündchen im Garten ist extrem anstrengend) und lag auf dem Sofa, hörte ich sehr wilde Erzählungen und Befürchtungen: Da war von Magenverschlingung aufgrund des Knödelnetzes die Rede, von Tierklinik und Narkose! Mir ging es jedoch prächtig (ich war ja endlich mal pappsatt) und das änderte sich auch nicht, obwohl ich es ein wenig seltsam fand, dass mein Frauchen anschließend mit einer Taschenlampe auf meinen Popo leuchtete, wenn ich meine Geschäftchen verrichte.

Am Montagmorgen unterrichtete mein Frauchen mein Herrchen darüber, dass ein eingepackter Knödel für einen dackel eher gefährlich sein kann als für einen Rottweiler, wobei ich weder das eine noch das andere bin und zumindest Rottweiler auch absolut nicht ausstehen kann. Ich glaube, sie wollte damit sagen, dass ich vielleicht Glück habe, dass das Netz so wieder rauskommt, weil es in meinem magen viel Platz hat :o)

Nun, um es kurz zu machen: Montagabend hat mein Gute-Nacht-Häufchen große Jubelstürme bei meiner Familie ausgelöst.

Ich werde mich bei “Jugend forscht” mit der Versuchsreihe “Verzehr, Verdauung und Ausscheidung von verpackten Fettbollen unter Berücksichtigung des KOnstitution einer Englischen Bulldogge” bewerben. Ja, das tue ich jetzt gleich. Ihr entschuldigt mich!

Euer Henry

Eine Reaktion zu “Meisenknödel 2.0”

  1. Jutta

    :-D :-D :-D Mit dieser Geschichte hast Du meinen Tag gerettet, lieber Henry! Du bist einfach der Größte!!!

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